Ideen

Neben den unter „Projekten” beispielhaft dargestellten Gestaltungen bleiben -leider- viele Entwürfe auf der Strecke. 

Nicht selten bedarf es mehrere Konzeptionen bis ein Bauherr zufrieden ist bzw. er sich in der Gebäudegestaltung wiederfindet. Auch wenn diese Gestaltungs- Vorschläge nicht zur Ausführung kamen, sind sie nicht wertlos, dokumentieren sie doch die Entwicklung vom ersten Gedanken zum letztendlich ausgeführten Bauwerk.

Auch gibt es Konzeptionen, die nicht nur abgeändert oder weiterentwickelt ausgeführt wurden; es gibt auch Entwürfe, die letztendlich nie - auch nicht abgewandelt- gebaut wurden. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. Das für den Umbau zu erwerbende Haus wurde anderweitig verkauft, die behördlichen Auflagen schränkten die Möglichkeit für eine effektive Nutzung zu sehr ein oder der Bauherr hatte sich dazu entschlossen, entgegen erster Überlegungen, gar nicht mehr zu bauen.

Eine kleine Auswahl von Entwürfen möchte ich daher hier präsentieren, zeigen sie doch am ehesten den „Stil des Architekten”. Sie stellen Ideen, Planungen und Konzeptionen in der aller ersten Planungsphase, noch unverwässert von Einschränkungen und Abänderungen, dar.

 

Richert

Voraussetzungen: Ein Einfamilienhaus in Schorndorf aus der Mitte der 50-er Jahre mit großem Grundstücksanteil und leichter Hanglage auf der Südseite sollte den heutigen Bedürfnisse entsprechend umgestaltet werden. 

Lösungsvorschlag:

Küche und Esszimmer werden zu einer offenen Wohnküche zusammengefasst, das ehemalige kleine Wohnzimmer wird zum Gäste- bzw. Arbeitszimmer umgenutzt.

Auf der Südseite entsteht ein um zwei Stufen niedriger liegender Wohnzimmeranbau, der sich mit seinen raumhoch verglasten Süd- und Westfassade in den Garten öffnet.

Im Obergeschoss werden Bad und WC zu einem Raum zusammengefasst und das Kinderzimmer durch einen Anbau in Holzständerbauweise vergrößert.

Von außen heben sich alle Anbauten deutlich vom bestehenden Gebäude, das ansonsten in seinem Erscheinungsbild unverändert bleibt, ab und machen „Alt” und „Neu” nachvollzieh- und erlebbar.

Veranschlagte Baukosten gem. Kostenschätzung: DM 286.000,--

Mit dem Erhalt des Entwurfes entschlossen sich die Bauherren das Gebäude zu erwerben und in der dargestellten Form umzubauen. Leider zu spät. Das Haus war bereits anderweitig verkauft worden. 

 

 

Entwurf zu einem Zweifamilienhaus

Auf einem langgestreckten Grundstück sollte ein Zweifamilienhaus realisiert werden, das sich zum Freien öffnet, zugleich aber Rückzugsmöglichkeiten und eine Abgeschlossenheit zu den Privatbereichen berücksichtigt.

Im EG wurde daher ein offener Bereich für Wohnen, Essen und Küche gestaltet, während sich um einen separaten Flur die Privaträume gruppieren.

Perspektivische Skizze

Ansicht Westfassade

Ansicht Südfassade

Das Projekt wurde in leicht abgewandelter Form realisiert.

 

 

Norz

Auf einem sehr dicht bebauten Gelände soll durch den Abriss eines alten Wohngebäudes und einer Scheune Platz für eine neue Bebauung geschaffen werden. In der entstandenen Baulücke wird die Errichtung eines großzügigen Zweifamilienhauses geplant.

Problempunkte:

Die dichte dörfliche Bebauung schränkt die Größe und Formengestaltung des Baukörpers ein; sowohl äußere Form (Satteldach, Dachneigung, Traufhöhe) als auch die Abmessungen müssen sich am ehemaligen Gebäude bzw. an der umliegenden Bebauung orientieren ohne darauf zu verzichten ein Gebäude mit einer zeitgemäßen Gestaltung zu planen.

Außerdem musste auf eine Unterkellerung verzichtet werden, so dass Technik- und Abstellräume in den Wohngeschossen zu realisieren sind.

 

Lösungsvorschlag:

Vom ehemaligen Gebäude bleibt die auf der Westseite gelegene Sandsteinwand als Anbindung an die bestehende Bebauung und als Sichtschutzwand zwischen Weg und Garten erhalten.

Im Erdgeschoss entstehen alle öffentlichen Wohnräume der ersten Wohnung, sowie Elternschlafzimmer, Bad und Hauswirtschaftsraum. In der großen Diele wird das WC durch eine im Viertelkreis angeordnete Wand aus Glasbausteinen in Milchglas angeordnet.

Im Obergeschoss befinden sich die Kinderzimmer der 1. Wohnung, sowie der Zugang der 2. Wohnung mit einigen Räumen. Im DG befinden sich Essen/Wohnen/Küche, sowie die Kinderzimmer und das Bad.

Bei der Gestaltung der Fassade wird der ruhige Baukörper von einem blauen Kubus schräg durchbrochen, der gleichzeitig die Erschließungsachse darstellt und die optische Zäsur zwischen „Alt” (Sandsteinwand) und „Neu” bildet.

Die verglaste Wohnzimmerwand wird optisch von einem darüber liegenden, aus der Fassade hervorspringenden und farblich abgesetzten Baukörper gefasst.

Beide „Objekte” stellen bewusste Betonungen neuer Stilelemente dar und grenzen sich klar durch Farbe und Form vom Rest des Gebäudes ab.

Das Projekt wurde in leicht abgewandelter Form zur Bauvoranfrage vorgelegt und genehmigt. 

Schuh

Voraussetzungen:

Das zu beplanende Grundstück ist auf der Nordseite mit einem Einfamilienhaus bebaut, während sich auf der Südseite eine alte Schlosserei befindet, die umgenutzt werden soll.

Problempunkte:

Das alte Gebäude ist an zwei Seiten auf die Grenze, mit einer dritten in nur sehr geringem Abstand von einer errichtet worden.

Bei einem Abriss der Bebauung und der Neuerrichtung eines Bauwerkes auf diesem Gelände schränken die einzuhaltenden Abstände die Nutzbarkeit stark ein; zudem würde bestehende Bausubstanz unnötig vernichtet werden.

Lösungsvorschlag:

Umnutzung und Erweiterung des bestehenden Gebäudes zu einem Zweifamilienhaus.

Im Erdgeschoss wird in der alten Werkhalle eine komplette Wohnung eingebaut. Die sich auf der Südseite befindenden Fenster stellen wegen der Bebauung auf der Grenze ein Problem dar. Vorerst sollten sie erhalten bleiben, bei deren Rückbau jedoch kann eine ausreichende Belichtung der Innenräume durch einen neu integrierten Innenhof erfolgen. Dieser belichtet auch das Schlafzimmer.

Ein überdachter Freisitz auf der Nordseite stellt eine Option für eine spätere Umplanung dar, wenn nämlich die Fenster auf der Nordseite geschlossen werden müssten, könnte unter dem Dach des Freisitzes ein neues Wohnzimmer mit Ausrichtung nach Westen entstehen, während das Schlafzimmer mit einem zusätzlichen Ankleidezimmer in den Bereich des jetzigen Wohnzimmers überwechselt.

Im Obergeschoss entsteht eine Wohnung mit separatem Zugang

Das Satteldach der Schlosserei wird entfernt und auf die bestehende Stahlbetondecke wird ein Aufbau mit Pult- und Flachdach aufgesetzt.

Die leichte Konstruktion auf der Südseite entlastet die bestehende Stahlbetondecke, einzuhaltende Abstände bieten die Möglichkeit eine großzügige Dachterrasse zu realisieren und durch den Höhenversatz von Pult- und Flachdach besteht die Möglichkeit die Innenräume (Diele und Bad) ausreichend zu belichten und zu belüften.

Die schwierige Situation bezüglich der einzuhaltenden Abstände machte die Übernahme von Abstandsflächen auf den Nachbargrundstücken nötig.

Der Bauherr sah hierin Probleme und langwierige Verhandlungen mit den diversen Nachbarn waren zu erwarten. Letztendlich entschloss sich der Bauherr das Grundstück zu veräußern. Es blieb somit beim Entwurf.