Honorar

Die Leistung des Architekten wird gemäß der in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) festgelegten Höhe vergütet. Die HOAI ist bundesweit einheitlich und ist - im Rahmen eines gewissen Verhandlungsspielraumes- verbindlich einzuhalten. Auf diese Art und Weise soll überhöhten Honorarforderungen zum einen und unzulässigem Preisdumping zum anderen vorgebeugt werden.

Die Höhe des Honorars richtet sich nach den anrechenbaren Kosten der Baumaßnahme. Die anrechenbaren Kosten ergeben sich aus den Kosten, die durch den Bau entstehen, nicht aber für Einrichtungsgegenstände, wie die Küche oder Kosten die durch Erschließung und Anschluss entstehen. Da vorab natürlich nicht exakt festzulegen ist wie hoch die Kosten letztendlich sein werden, wird üblicherweise die Kostenschätzung als vorläufige Honorarbasis angenommen.

Die HOAI unterscheidet insgesamt fünf Honorarzonen, die den unterschiedlich schwierigen Planungsaufgaben des Architekten Rechnung tragen.

Beispielhaft kann die Staffelung wie folgt dargestellt werden:

Honorarzone I   Scheune
Honorarzone II Garage
Honorarzone III Einfamilienhaus
Honorarzone IV  sehr kompliziertes EFH, Schulen
Honorarzone V  Krankenhäuser

 

Im Rahmen einer Neubaumaßnahme für ein Einfamilienhaus normaler Schwierigkeit wird üblicherweise die Honorarzone III vereinbart; bei sehr komplizierten Gebäuden kann auch die Zone IV Anwendung finden. Die einzelnen Honorarzonen sind von einem Mindest- und einem Höchstsatz begrenzt und stellen einen gewissen Verhandlungsspielraum innerhalb der HOAI dar. Letztendlich wird sich der vereinbarte Honorarsatz an der Schwierigkeit der zu planenden Baumaßnahme orientieren. Für eine einfache Doppelhaushälfte kann der Mindestsatz angenommen werden, für Ein- oder Zweifamilienhäuser wird eher der Mittelsatz bei etwas schwierigeren Gebäuden auch der Höchstsatz Anwendung finden.

Bei außergewöhnlich schwierigen und aufwendigen Planungen kann auch die Honorarzone IV vereinbart werden, die aber aufgrund des vorherrschenden Preiskampfes so gut wie nie Anwendung findet.

Eine Unterschreitung der HOAI, wie von den Bauherren häufig gewünscht, ist nicht zulässig und kann letztendlich auch nicht im Sinne des Bauherren sein, der zu recht das volle Engagement des Planers einfordert, das dieser aber auch nur bei entsprechender Honorierung seiner Leistung erbringen kann.

Das Gesamthonorar des Architekten unterteilt sich in die oben beschriebenen Leistungsphasen, so dass es dem Auftraggeber möglich ist auch Teile der Gesamtleistung zu beauftragen (z.B. Entwurf und Eingabeplanung).

 

Berechnungsbeispiel:

Anrechenbare Kosten      Einfamilienhaus DM 400.000,--

Leistungsumfang:            alle Leistungsphasen

Honorarzone:                   III/Mittelsatz  DM 45.540,--

                                         (Mindestsatz: DM 40.660,--, Höchstsatz: DM 50.420,--)

Leitungsphase

prozentualer Anteil

Honorar

1 Grundlagenermittlung  3 %  1.366,20
2 Vorplanung 7 %  3.187,80
3 Entwurfsplanung 11 % 5.009,40
4 Genehmigungsplanung 6 %  2.732,40
5 Ausführungsplanung  25 % 11.385,00
6 Vorbereitung der Vergabe 10 % 4.554,00
7 Mitwirkung bei der Vergabe 4 %  1.821,60
8 Bauleitung 31 % 14.117,40
9 Mängelbehebung 3 % 1.366,20
__________________________________________________________
Gesamtsummen

100 %

45.540,00

 

Zusätzlich zu den reinen Honorarkosten gibt es einige Zuschläge, die, je nach Art der Baumaßnahme, vereinbart werden.

 Nebenkosten:

Hier werden die materiellen Aufwendungen, die der Architekt zur Erbringung seiner Leistung benötigt abgerechnet (Fahrzeug, Kopierkosten, Versicherungen etc.). Dies kann auf Nachweis oder durch eine Pauschale geschehen. Im Allgemeinen werden sie mit 3 - 7 % vom Honorar angenommen.

Umbauzuschlag:

Im Gegensatz zu einer Neubaumaßnahme, muss bei einem Umbau auf bestehende Bausubstanz eingegangen werden, was den Planungs- und Bauleitungsaufwand erheblich vergrößert. Um diesem Mehraufwand gerecht zu werden sieht die HOAI hierfür einen Umbauzuschlag vor. 

Dieser liegt zwischen 20 und 33 % .

Besondere Leistungen:

Häufig muss der Architekt Leistungen erbringen, die über den normalen Rahmen hinausgehen. Diese Leistung, die nicht durch das Honorar abgedeckt werden, sind gesondert zu vergüten. 

Dies sind zum Beispiel:

     -  Erstellung der Entwässerungspläne 

     -  Bauaufnahmepläne/Bestandspläne

        (notwendig bei Umbaumaßnahmen, bei denen keine Bestandspläne vorhanden sind oder aktualisiert werden müssen)

     -  Modellbau

Die Abrechnungshöhe von besonderen Leistungen können separat vereinbart werden oder pauschaliert im Gesamthonorar enthalten sein.